Cruiser-Katamarane sind eine Welt für sich und vermitteln ein unvergleichliches Lebensgefühl. Ob im Urlaub oder auf Langfahrt – mit ihren großzügigen Innenlayouts und riesigen Cockpits geben sie dem Leben an Bord buchstäblich eine neue Dimension. Ihr Seeverhalten ist exzellent – viele schätzen besonders das „aufrechte“ segeln ohne Lage.
Kenner geniessen es, mit dem Kat im Watt oder an sandigen Stränden trockenzufallen. Dies ist aufgrund der kurzen Kiele, die Ruder und Antriebe wirkungsvoll schützen, jederzeit - aufrecht - möglich. Andere heben den geringen Tiefgang hervor, der strandnahes Ankern erlaubt. Oder sie setzen auf die Sicherheit eines unsinkbaren Schiffes. Dies sind natürlich nur einige gute Gründe, sich für einen Cruiser-Katamaran zu entscheiden.
Katamarane sind im Mittelmeer, der Karibik und auf den Routen der Weltumsegler aus gutem Grund weit verbreitet. Ein in Deutschland bestehendes Vorurteil besagt jedoch, ein Katamaran sei für die Nord- und Ostsee nicht geeignet. Das Gegenteil ist richtig:
Während eines beliebigen deutschen "Sommers": 6-7 Bft aus NNW, Schauerboen, 15 Grad Celsius, noch 20 Sm bis Burgstaaken. Der Skipper steht im Ölzeug frierend am Ruder, während die Bordfrau „im Keller“ die Kinder im Salon des krängenden Monohulls zu beschäftigen versucht. Im Katamaran auf gleichem Kurs sitzt die ganze Familie im warmen, geschützten Salon, der Skipper hat 360 Grad Rundumsicht und steuert mit der Fernbedienung des Autopiloten, während die Bordfrau z.B. Essen macht und die Kinder Playstation spielen.
Fazit: Katamarane sind auch für die nördlichen „Sommer“ perfekt. Gerade bei schlechtem Wetter ist der warme Salon für Crew und Skipper der perfekte, geschützte und sichere Aufenthalt auch unter Segeln. Mit der Fernbedienung des Autopiloten kann das Schiff bei voller Rundumsicht sicher gesteuert werden.
Ein Katamaran ist weder in der Anschaffung noch im Unterhalt teurer als eine vergleichbare Monohull-Yacht. Man würde jedoch Äpfel mit Birnen vergleichen, wenn man einem 36 Fuß Katamaran eine 36 Fuß Einrumpfyacht zum Preisvergleich gegenüber stellt. Es muß berücksichtigt werden, dass der Katamaran erheblich mehr Raum bietet.
Beispiel: Moderne Monohull Fahrten-Segelyachten sind in der 36-Fuß Klasse durchschnittlich 3.75m breit, während 40-Füßer 3.95m breit sind. Dem stehen bei Katamaranen Breiten von 5.90m bei (z.B.) einer Mahé 36 und 6.50m bei einer Lavezzi 40 gegenüber. Fazit: Bei gleicher Länge bietet ein Fahrtenkatamaran ca. 40% mehr Lebensraum (Innen und außen) als ein Monohull. Somit muß der Kaufpreis (und das Liegegeld) eines Katamarans mit dem Kaufpreis (und dem Liegegeld) eines um ca. 40% längeren Monohulls verglichen werden, um zu einem korrekten Resultat zu kommen.
Das Ergebnis dieses Vergleichs zeigt auf, dass ein Katamaran keinesfalls teurer ist, als eine vergleichbare Einrumpfyacht.